10. April 2021

Temporäre Gedenkstätte für Corona-Opfer an Saarbrücker Ludwigskirche


Mit einer ökumenischen Andacht wurde am Freitagabend, 9. April, um 18 Uhr eine temporäre Gedenkstätte für die saarländischen Corona-Opfer eröffnet. Kleine Gedenktafeln mit Namen wurden dazu auf dem Platz auf der Rückseite der Saarbrücker Ludwigskirche aufgestellt.

Die Idee beruhe auf einer Privatinitiative, die dazu an die katholische Pfarreiengemeinschaft St. Jakob und die evangelische Kirchengemeinde Alt-Saarbrücken herangetreten sei. Auf der dazugehörigen Internetseite werden Angehörige, Nachbarinnen und Nachbarn, Kolleginnen und Kollegen, Freundinnen und Freunde dazu aufgerufen, Vornamen und Sterbedaten der Opfer an kontakt@coronaopfer-saar.de zu schicken. Die Tafeln sollten an ihr besonderes Schicksal erinnern. Zusätzlich solle auch an die Menschen gedacht werden, die durch Corona gesundheitliche Schäden davon getragen, ihren Arbeitsplatz verloren oder in sonstige Not geraten seien. Außer den Tafeln können vor Ort auch Blumen und Kerzen abgelegt werden. „Die Aktion läuft gut, es sind bereits viele Namen eingegangen,“ erklärt Ute Kunsmann von der Initiative.

Datenschutz erschwert Erinnerungskultur

Thomas Bergholz, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Alt-Saarbrücken, betont, dass im Alltag immer deutlicher werde, wie sehr die Menschen das Gedenken beschäftige. Digitale und hybride Gottesdienste seien zwar „schön und gut“, jedoch verhinderten Übertragungen im Internet aufgrund des Datenschutzes die Namen öffentlich zu nennen – sie also wie in der klassischen Erinnerungskultur „vor Gott zu tragen“. Seit Beginn der Pandemie sind im Saarland laut Gesundheitsministerium 946 Menschen gestorben (Stand: 7.April). Die Zahl der Geheilten liegt demnach bei 30.082.

epd





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