01. Dezember 2018

Wanderausstellung „Himmelsgewölbe“ mit Fotos von Werner Richner in der Ludwigskirche: Ungewöhnliche Perspektiven


Mit einer Vernissage ist in der Saarbrücker Ludwigskirche die Ausstellung "Himmelsgewölbe" mit Fotos von Werner Richner eröffnet worden. Er hat 120 saarländische Kirchengewölbe fotografiert. 46 davon sind in der Ausstellung zu sehen: bis 31. Dezember: Dienstag bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr.

Kirchengewölbe und -decken sind für gläubige Menschen Synonyme für Himmel und Paradies. Aufbauend auf dieser Erkenntnis entwickelten die Baumeister und Architekten im Laufe der Jahrhunderte überwältigende Konstruktionen. Kirchenbesucher nehmen sie meist auf den ersten Blick nicht wahr. Werner Richner  aber richtet den Blick nach oben. Der Fotograf aus Saarlouis hat über 120 saarländische Kirchengewölbe fotografiert. Entstanden sind faszinierende Bilder, die die Kirchen aus ganz ungewöhnlichen Perspektiven zeigen.

 

Der Kirchenkreisverband an der Saar  hat in Zusammenarbeit mit Richner 46 Fotos dieser „Himmelsgewölbe“ zu einer Wanderausstellung mit großformatigen Fotos zusammengestellt. Sie ist zum ersten Mal von 1. bis 31. Dezember in der Saarbrücker Ludwigskirche zu sehen.

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Zu sehen sind die „Himmelsgewölbe“ der Benediktinerabtei Tholey, der evangelischen Stiftskirche Sankt Arnual oder der Basilika in Sankt Wendel, die aus der Gotik stammen. Gewölbe, die den romanischen, gotischen und barocken Stil nachahmen oder sogar ideal fortführen, findet man in der Kirche  Heilige Dreifaltigkeit in Lebach und St. Marien in Reisbach. Richner hat auch höchst originelle Holzdecken wie in den evangelischen Kirchen in Holz, Friedrichsthal, Wahlschied oder – modern – in Lebach fotografiert – immer aus seinem ganz persönlichen Blickwinkel. So wählte er in der Martinskirche in Köllerbach nur einen kleinen Ausschnitt aus dem ältesten gotischen Deckengewölbe im Saarland, die barocke Decke in der Saarbrücker Ludwigskirche dagegen ist nahezu komplett abgebildet. Vor allem die großformatigen Fotos der modernen „Himmelsgewölbe“ etwa in Maria Königin auf dem Saarbrücker Rotenbühl oder in St. Fronleichnam in Homburg  bieten überraschende Einblicke.

 

Werner Richner ist über die Grenzen des Saarlandes hinaus bekannt. Seine Fotografien hängen in den Galerien ganz Europas und sind begehrte Sammelobjekte. Er ist als Reisejournalist unterwegs, sein Schaffen ist geprägt von der Architektur- und Naturfotografie. Richner hat für zahlreiche Verlage, Magazine und Redaktionen gearbeitet. Dazu gehören Dumont und Herder, Geo und national geographic. Er hat mehr als 70 Bildbände über Natur, Regionen, Länder, Kultur und Architektur veröffentlicht.

 

Die Ausstellung „Himmelsgewölbe“ in der Ludwigskirche  ist dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. 

 

Der Saarbrücker Geistkirch-Verlag hat die Fotos als großformatigen Bildband herausgegeben. Die Texte dazu hat Professor Dr. Joachim Conrad geschrieben, Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Kölln. Geistkirch-Verlag, ISBN 978-3-946036-85-2, 55 Euro

 

Die Evangelische Akademie im Saarland bietet ein  Rahmenprogramm zur Ausstellung „Himmelsgewölbe“ an:

 

Vortrag des Kunsthistorikers, Dr. Bernhard Wehlen: „Das Gewölbe als Kunstwerk: Geschichte, Formen und Deutungen“

Dienstag, 4. Dezember, 19 Uhr, Krypta der Ludwigskirche, Saarbrücken

Die ersten christlichen Sakralbauten und auch viele spätere hatten nur eine Balkendecke oder einen offenen Dachstuhl. Schon in Byzanz entwickelt sich aber die Kuppelwölbung und erreicht in der Hagia Sophia eine großartige Raumwirkung. Auch Mittelalter und Barock zeigen viele individuelle Wölbeformen, die in diesem kunstgeschichtlichen Vortrag kurzweilig vorgestellt werden. Natürlich interessieren dabei auch die Symbole, mit denen das Gewölbe aufgeladen sein konnte, sei es durch Bilder oder durch die besondere Formgebung.

           

Mit dem Fotoapparat auf Entdeckungsreise

Samstag, 15. Dezember, 12 bis 16 Uhr,  Versöhnungskirche Völklingen, Ludwigskirche Saarbrücken, Martinskirche Köllerbach,

Samstag, 19. Januar, 12 bis 16 Uhr,  Schinkelkirche Bischmisheim, Ludwigskirche Saarbrücken,

Viele Kirchen bergen großartige Schätze:  kunstvolle Altäre, wunderschöne Kanzeln und ausdrucksstarke Fenstermalereien. Viele kleine Dinge und Einzelheiten geraten aber erst auf den zweiten Blick ins Auge des Betrachters.  Amateurfotografinnen und –fotografen sind eingeladen, in vier Kirchen im Regionalverband Saarbrücken auf Entdeckungsreise zu gehen. Aber auch andere Interessierte sind willkommen, um sich die Kirchenschätze in aller Ruhe anzuschauen. Es ist immer jemand vor Ort, der sich mit der Geschichte der Kirche und ihrer Architektur auskennt.  

 





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